Durch unsere Zusatzausbildungen und Spezialisierungen stehen uns folgenden Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung

Was ist Sportphysiotherapie und medizinische Trainingstherapie?

In der Sportphysiotherapie wird medizinisches Wissen über Anatomie, Physiologie, Biomechanik etc. der verschiedenen Gewebe des Bewegungsapparates (Muskeln, Sehnen, Bänder, Knorpel, Knochen, Nerven,...) mit den neuesten Erkenntnissen und Techniken der Trainingslehre und Sportwissenschaft zusammen gebracht.

Die komplexe Betreuung eines Sportlers durch den ausgebildeten Sportphysiotherapeuten teilt sich in 2 Hauptarbeitsgebiete:

  1. die Prävention von Verletzungen und Überlastungserscheinungen: Es ist das Ziel Schwachpunkte in der "Harmonie des Funktionierens des Körpers" ausfindig zu machen und gezielt und individuell zu verbessern. Dabei wenden wir verschiedenste Methoden an:
    • Muskel- und Gelenksdiagnostik
    • medizinische Leistungsdiagnostik
    • gezieltes Ausgleichstraining in den verschiedensten erforderlichen Bereichen: Kraft, Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit und Gelenksstabilität
    • Beratung bei Hilfsmitteln wie Orthesen und Bandagen, bei Sportschuhen, sowie das Anlegen von präventiven Tape - Verbänden
    • Massnahmen und Beratung zur Verbesserung der Regeneration und Entspannung
  2. die Rehabilitation beinhaltet die komplexe Betreuung des Sportlers nach Verletzungen oder Operationen am Bewegungsapparat vom erst möglichen Moment an. Hier fördert der Sportphysiotherapeut zuerst die optimale Wundheilung mit verschiedensten Maßnahmen. Auch die mentale Betreuung, die genaue Information und Beratung über den voraussichtlichen Verlauf der Rehabilitation und das Formulieren von Nah- und Fernzielen ist für einen verletzten Sportler in solch einer Phase oft sehr wichtig. Die Begleitung und Betreuung der Rehabilitation und des Trainingsaufbaus wird immer von Neuem ganz genau an das jeweilige Wundheilungsstadium und Trainingsniveau des Sportlers / Patienten angepasst. Das Ziel ist eine schnellstmögliche Wiederherstellung der verletzten Struktur und eine gesunde Rückkehr in das sportartspezifische Training.

Sowohl Prävention, als auch Rehabilitation in der Sportphysiotherapie beschäftigt sich nicht nur mit wettkampforientierten Spitzensportlern, sondern ebenso mit Nachwuchs-, Hobby- und Breitensportlern oder Menschen, die es gerne werden wollen.

Nähere Infos hierzu, sowie über die Ausbildung zum dipl. Sportphysiotherapeuten finden Sie auch unter: www.spt-education.de

Was ist Osteopathie?

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Untersuchungs– und Behandlungsmethode, deren Grundlagen auf genaueste Kenntnisse in der Anatomie, Physiologie, Biomechanik, Embryologie ect. des menschlichen Körpers basiert.

Die Osteopathie baut ihre "Wissenschaft" auf 4 ideologischen Grundsätze auf:

  1. Leben ist Bewegung: Jede einzelne Gewebestruktur im Körper (Bänder, Sehnen, Muskeln, Knochen, Faszien...) lebt und bewegt sich. Wird eine Bewegung blockiert oder eingeschränkt, kann die Funktion des Gewebes oder von ganzen Organen in Mitleidenschaft gezogen werden. Wird eine Struktur in Ihrer Funktion gestört, verändert sich die Bewegung in Ausmaß, Richtung, Rhythmus oder Spannungszustand.
  2. Die Selbstheilungskräfte des Körpers sind all jene Mechanismen, die dem Organismus zur Gesundheit (zurück) verhelfen. Der Osteopath heilt nicht, sondern hilft dem Körper sich selbst zu heilen.
  3. Der Organismus stellt eine untrennbare Einheit dar. Unser Körper ist also mehr als nur die Summe aller Einzelteile. Erst deren wechselseitige Beziehung und das harmonisches Zusammenspiel ermöglicht die optimale Funktion des Ganzen.
  4. Die Struktur und die Funktion eines Gewebes oder Organs sind voneinander abhängig: ist die Form und Struktur eines Gewebes verändert oder zerstört kann dieses nicht mehr optimal funktionieren (zB. ein gebrochener Knochen), verändert sich die Funktion eines Gewebes, verändert sich gleichzeitig auch dessen Form und Struktur.

Die Osteopathie lässt sich grundsätzlich in drei therapeutische Ansätze gliedern, die jedoch fliessend ineinander übergehen:

  • die parietale Osteopathie bei Funktionsstörungen im Muskel – Skelett – Apparat (ähnlich der Chiropraktik)
  • die viszerale Osteopathie beschäftigt sich mit den inneren Organen, deren Eigenbewegungen und Beziehungen zum Bewegungsapparat
  • die craniosakrale Osteopathie arbeitet unter anderem mit dem Fluss der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit, den Bewegungen der Schädelknochen und den Spannungszuständen der Hirn- und Rückenmarksmembranen (Hirnhäute).

Das wichtigste und meist einzige Werkzeug eines Osteopathen sind seine jahrelang geschulten Hände.
Die Osteopathie kann durch ihre Ganzheitlichkeit bei sehr vielen akuten und chronischen Funktionsstörungen und Beschwerdebildern Erfolge erzielen. Einige Beispiele sind:

  • akute und chronische Schmerzen am Bewegungsapparat
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Tinnitus, Kiefergelenkprobleme, Schwindel
  • Gynäkologische Beschwerden zB. Menstruationsbeschwerden, Hormonstörungen, Inkontinenz, unerfüllter Kinderwunsch
  • Probleme in der Schwangerschaft, Geburtsvorbereitung
  • Beschwerden im Verdauungsapparat

In keinem anderen Lebensalter wirken sich innere und äußere Einflüsse so entscheidend aus wie im Zeitraum von der Geburt bis nach der Pubertät. Das Wachstum und die Entwicklung eines Kindes ist ganz besonders durch ständige Umbau- und Bewegungsvorgänge im Organismus gekennzeichnet. Der Osteopath kann Blockaden im kindlichen Körper ertasten und löst diese mit sehr sanften, schmerzfreien Handgriffen.
Viele funktionelle Störungen bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern können osteopathisch oft sehr gut behandelt werden:

  • Asymetrien (Schiefhals, Skolliose, Plagiocephalus)
  • Saug – und Schluckprobleme
  • Schreibabies und Hyperaktivität
  • Chronische Mittelohrentzündungen
  • diverse Zahnfehlstellungen und Begleitung bei Zahnspangen
  • 3 – Monatskoliken

Bei Fragen zur Osteopathie und deren Behandlungsmöglichkeiten wenden Sie sich bitte unverbindlich an unsere Osteopathin.

Was ist Manuelle Therapie nach dem Maitland-Konzept?

In der Manuellen Therapie nach Maitland werden vom Therapeuten Gelenke und nervale Strukturen gezielt mobilisiert, um Funktionsstörungen und Schmerzen am Bewegungsapparat zu behandeln.

Der Therapeut stützt sich in der Manualtherapie auf eine breite Basis an theoretischem Wissen (Anatomie, Physiologie, Biomechanik) und Erfahrung ("Fingerspitzengefühl"). Dies stellt die Grundlage dar, um die Körperstrukturen, die die Ursache von z.B. einer schmerzhaften Gelenkblockade sind, herauszufiltern.

In der Eingangsuntersuchung verbindet der Therapeut die Erkenntnisse einer eingehenden Schilderung des Problems durch den Patienten (Anamnese) mit den Ergebnissen aus der physischen Bewegungs- und Funktionsuntersuchung mit exakt ausgeführten standardisierten Tests. Durch diese ausführlichen Untersuchungen werden möglichst viele Aspekte des Problems erfasst und in der darauf abgestimmten Therapie berücksichtigt.

Ein wichtiger Bestandteil des Maitland - Konzepts ist die kontinuierliche analytische Beurteilung des Zustands vor, während und nach der Behandlung. Dadurch kann der Therapeut ständig flexibel und entsprechend des Heilungsverlaufes auf Veränderungen im Körper des Patienten eingehen. Die Auswahl und Intensität der manuellen Behandlungstechniken und die Übungen für den Patienten werden dem entsprechend anpasst.

Die Manualtherapie findet ihre Anwendung sowohl bei akuten als auch bei chronischen Beschwerden.

Zur Unterstützung werden zusätzlich meist andere physikalische Maßnahmen wie Wärme- und Elektrotherapie eingesetzt. Ebenfalls ergänzend zur Manualtherapie wird der Patient vom Therapeuten zu Übungen angeleitet, die dieser regelmäßig selbständig ausführen und so die Mobilisation unterstützen kann. Auch eine individuelle Haltungsschulung mit verbesserter körperlicher Aufrichtung und wenn nötig eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes (z.B. angepasste Tischhöhe, ergonomische Stühle) kann helfen den Problembereich zu entlasten bzw. die Einseitigkeit von Belastungen zu reduzieren.

Um einen Rückfall zu vermeiden werden zudem Koordination, Ausdauer und Kraft in der Therapie beurteilt und wenn notwendig gezielt verbessert.

Aktive Rückenrehabilitation

Die Zunahme von unspezifischen, akuten und chronischen Rückenbeschwerden stellt ein großes Problem in unserer Wirtschaft dar.

Folgende Fragen werden in der aktiven Rückenrehabilitation gestellt und soweit als möglich bearbeitet:

  • genaue Analyse woher meine Beschwerden ursächlich stammen: blockiertes Gelenk? Bandscheibenvorfall oder Vorwölbung? Nervenproblematik? Muskelspannung oder sogar Ausstrahlung von einem inneren Organ?
  • Ist der Schmerz akut oder chronisch?
  • Wie verhalte ich mich in der akuten Phase? Wie gehe ich mit chronischem Schmerz um?
  • In welcher Phase der Wundheilung befindet sich zB. meine Bandscheibe?
  • Was bedeutet eine Ausstrahlung in Arme oder Beine? Wo liegt die Ursache dieser Ausstrahlung?
  • Wie ist die lokale und globale Stabilität in meiner Wirbelsäule? Wie kann ich diese stetig verbessern und damit die Kontrolle über meinen Rücken wieder zurück erlangen?
  • Welchen Weg gibt es zurück in einen möglichst schmerzfreien Alltag (Arbeit, Hobby, Sport)?

Gemeinsam analysieren wir Ihr akutes oder chronisches Rückenproblem und erstellen einen Rehabilitationsplan. Alle Patienten bekommen von uns sogenannte "Akut- und Notfallübungen" und einen Trainingsplan zum weiteren Aufbau für zu Hause mit.

Was ist Nervenmobilisation nach D. Butler?

Das Nervensystem hängt im Körper vom Kopf bis in die Zehen- und Fingerspitzen zusammen. (Hirn, Rückenmark und periphäre Nerven (zB. "Ischias" – Nerv). Die Mechanik des Nervensystems ist deshalb sehr komplex. Bei jeder Bewegung des Körpers muß das Nervengewebe flexibel mitgleiten. Da ein Nerv nicht so elastisch ist wie Muskulatur hat dieser zusätzlich zur "Dehnbarkeit" auch die Fähigkeit, in einer Art Hülle zu gleiten (ähnlich einer Sehne in einer Sehnenscheide).

Ist diese Gleitfähigkeit und Flexibilität des Nerves aber durch Blockaden (zB. Bandscheibenvorfälle), Entzündungen, Vernarbungen oder Ähnlichem gestört, kann es zu einer Vielzahl von Beschwerden kommen: Schmerzen, Taubheitsgefühl, Brennen, Kribbeln oder "eingeschlafene" Hände und Füße.

Bei der Nervenmobilisation werden durch bestimmte standardisierte Tests Probleme in der Biomechanik des Nervensystems herausgefiltert und sehr fein dosierte Bewegungen ("Mobilisationen") auf die jeweiligen betroffenen Teile des Nervensystems ausgeübt. Diese werden dadurch mechanisch und biochemisch beeinflusst. Es wird ein möglichst optimales Umfeld für die Wundheilung und Gesundheit des Nerven geschaffen.

Folgende Beschwerden können häufig mit Nervenmobilisationen verbessert werden:

  • "Ischiasschmerzen"
  • Gefühlsstörungen in Armen und Beinen
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Beschwerden ähnlich eines Tennis- und Golferellenbogens
  • Nervenwurzelprobleme in Hals- und Lendenwirbelsäule
  • Beschwerden nach einem Schleudertrauma

Lesen Sie auch mehr unter www.noigroup.com

Was ist Neurophysiotherapie nach dem Bobath-Konzept?

Das Bobath-Konzept ist ein weltweit erfolgreich angewandtes Pflege- und Therapiekonzept zur Rehabilitation von Menschen mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS = Hirn und Rückenmark). Häufigste Symptome sind Bewegungsstörungen, Lähmungserscheinungen und Spastik.

Folgende Kernprobleme können nach dem Bobath-Konzept behandelt werden:

  • die zentral bedingte teilweise oder vollständige Lähmung eines Körperabschnittes (Parese bzw. Plegie z.B. nach Schlaganfall)
  • Haltungs-, Gleichgewichts- und Bewegungsstörungen
  • unkontrolliert erniedrigte Muskelspannung (Hypotonus, schlaffe Lähmung)
  • unkontrolliert erhöhte Muskelspannung (Hypertonus, Spastik)
  • Störung der Körperselbstwahrnehmung (Propriozeption)

Das Bobath-Konzept strebt einen Lernprozess des Patienten und ZNS an, um mit ihm die Kontrolle über die Muskel- und Bewegungsfunktionen wieder zu erarbeiten. Die Arbeitsprinzipien des Bobath-Konzeptes sind die Regulation der Muskelspannung und Anbahnung physiologischer Bewegungsabläufe. Alle "Lernangebote" an den Patienten werden nach diesen beiden Kriterien gestaltet. Während der Behandlung werden die vorhandenen abnormen Haltungs- und Bewegungsmuster gehemmt, damit bewusst gesteuerte, koordinierte Bewegungen durch die Hände des Therapeuten angebahnt ausgeführt werden können.

Ziel ist es, eine angepasste Muskelspannung wieder herzustellen, normale beidseitige Bewegungen anzubahnen und den bevorzugten Einsatz der weniger betroffenen Seite zu vermeiden. Um ein größtmögliches Maß an Selbständigkeit wiederzuerlangen, ist es zudem wichtig, eine normale Gesichts-, Mund-, Zungen- und Schluckmotorik anzubahnen und die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Umwelt zu normalisieren.

Die Techniken des Bobath - Konzepts stehen meist in Interaktion mit Behandlungen der Logopädie, Ergotherapie sowie der Neuropsychologie und greifen eng ineinander über.

McKenzie Konzept

Das McKenzie Konzept (auch MDT genannt) ist eine Methode, bei der Patienten lernen ihren Schmerz selbst zu behandeln. Entwickelt hat sie Robin Anthony McKenzie (geb. 1931 in Neuseeland)

McKenzies Kernaussage lautet: Es ist effektiver Beschwerden danach einzuteilen, welche Therapie dem Betroffenen hilft!

Die manuellen Techniken werden auf ein Minimim reduziert. Nur wenn die "Eigenübungs-Intensität" nicht ausreicht, hilft der Therapeut mit bestimmten Handgriffen nach, um den Übungseffekt zu intensivieren.

Ein diagnostisch relevantes Phänomen ist die Schmerz-Zentralisation. Hierbei zieht der Schmerz sich abschnittsweise aus den Extremitäten zurück (zB. Ischias).

Die McKenzie Methode wird weltweit angewandt.

Was ist aktive Beckenbodentherapie?

Inkontinenz, d.h. der unkontrollierte Abgang von meist kleineren Harnmengen, ist ein weit verbreitetes Problem. Bei Frauen tritt dieses Problem oft nach einer Geburt und ab den Wechseljahren auf, aber auch Männer können davon betroffen sein.

Die Ursache können zum Beispiel Entzündungen, hormonelle Veränderungen, Hormonmangel, eine vergrößerte Prostata, aber auch Medikamente sein. Ebenso kann es nach einer Schwangerschaft durch die Schwächung der Beckenbodenmuskulatur zu unfreiwilligem Harnverlust kommen. Meistens kann die Beckenbodentherapie die Symptome bessern, oft beheben.

Formen der Inkontinenz

Die überaktive Blase ist durch drei wesentliche Symptome gekennzeichnet:

die Betroffenen

  • müssen sehr oft auf die Toilette gehen (über 8mal pro Tag und häufig auch nachts)
  • leiden an plötzlichem und nicht unterdrückbarem Harndrang
  • verlieren ungewollt Harn (Drang - Inkontinenz).

Der Besuch eines Konzerts, die Ausübung einer Sportart oder auch eine längere Reise wird durch den Zwang ständig eine Toilette in der Nähe wissen zu müssen, für viele Menschen unmöglich.

Die Dranginkontinenz, der unfreiwillige Harnabgang verbunden mit starkem Drang trotz funktionierenden Harnröhrenverschlusses. Als Auslöser gelten:

  • chronisch entzündete Harnwege
  • erschwerte Blasenentleerung (z.B. vergrößerte Prostata)
  • altersbedingte und krankhafte Veränderungen im Nervensystem.

Blasenfunktionsstörungen können jedoch auch ohne erkennbare Ursache auftreten.

Bei der Stressinkontinenz, kommt es zu einem unfreiwilligen Harnabgang bei normal funktionierender Blase, aber eines defekten Harnröhrenverschlusses. Dieser kann z.B. bei plötzlicher Druckerhöhung durch die Bauchmuskulatur auf die Harnblase (bei körperlicher Anstrengung, Husten, Niesen oder Lachen) nicht standhalten. Die Ursache ist meist eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur durch Schwangerschaft und Geburt, chronische Bronchitis, Verstopfung, Übergewicht oder schwere körperliche Arbeit.

Die Symptome der Drang- und der Stressinkontinenz können auch in Kombination auftreten und werden dann als Mischinkontinenz bezeichnet.

Reflexinkontinenz entsteht, wenn Nervenbahnen und Nervenzentren, die für die willkürliche Blasenentleerung zuständig sind, geschädigt wurden. Ohne dass der Betroffene Harndrang verspürt, entleert sich die Blase bei Erreichen einer bestimmten Füllung reflektorisch (häufig Restharn). Die Ursache davon kann z.B. eine Querschnittlähmung oder die Folge eines Bandscheibenvorfalles sein.

Der muskuläre Beckenboden ist in Kraft, Ausdauer und Reaktionsfähigkeit trainierbar. Nach ärztlicher Abklärung empfiehlt sich eine physiotherapeutische Behandlung. Sie beinhaltet die Aufklärung über die Form und Funktion des Beckenbodens, sein Zusammenwirken mit Statik, Körperhaltung, Atmung und dem vegetativen (unwillkürlichen) Nervensystem. Ziel der Therapie ist eine gute Wahrnehmung des Beckenbodens sowie diesen in alltägliche Bewegungen wie Bücken, Heben, Tragen, Niesen, Husten zu integrieren.

Wesentlich ist auch das Erlernen einer verbesserten Körperwahrnehmung und Entspannungsfähigkeit. Ein schwacher Beckenboden ist nicht gleichzusetzen mit dessen Entspannung – im Gegenteil: oft liegt das Problem im "Loslassen können".

Der Beckenboden steht mit der Wirbelsäule in unmittelbarem Zusammenhang. Es gibt eine Wechselwirkung zwischen einer schwachen Beckenbodenmuskulatur und Kreuzschmerzen. Die Beckenbodentherapie hilft daher oft auch bei Rückenproblemen.

Was ist Triggerpunkttherapie und myofasziale Behandlung?

Triggerpunkte sind punktförmige Verhärtungen im Muskel, in denen die Durchblutung stark beeinträchtigt ist. Damit einhergehend sind manchmal Verklebungen oder Bewegungseinschränkungen der Muskel umgebenden Hülle (Faszie). Die Folge davon sind sehr oft ausstrahlenden Schmerzen in die umgebende Region oder einen angrenzenden Körperteil. Deshalb werden diese auch gerne mit ausstrahlenden Beschwerden anderer Ursache verwechselt (zum Beispiel "Ischias", Migräne, Zahnschmerzen).

Trotzdem ist es aber im Falle von ausstrahlenden Schmerzen vorerst immer sehr wichtig, mit genauen Untersuchungen durch den Arzt andere gravierende Ursachen für ausstrahlende Schmerzen auszuschließen (Bandscheibenvorfall, Nervenirritation, und ähnliches). Gezielte Tests in der Untersuchung des Physiotherapeuten (Funktions- und Provokationstests der verschiedenen Gewebestrukturen) eruieren genau das Problem bereitende Gewebe.

Die Behandlung von Triggerpunkten erfolgt durch lokale Reizung ähnlich einer Akupressur. Dadurch wird reflexartig die Durchblutung des Punktes deutlich verbessert. Kombiniert wird dies durch Techniken ähnlich einer Massage und Dehnungen des Muskelbauches und der Faszie.

Ziel einer Triggerpunkttherapie und einer myofaszialen Behandlung ist primär eine deutliche Schmerzreduktion. Aber auch die Beweglichkeit eines eingeschränkten Gelenkes und die Funktion des betroffenen Muskels verbessern sich meist durch die Behandlung sehr rasch und deutlich.

Im Anschluss an eine Triggerpunktbehandlung folgt meist eine Wärme-/ Elektro- oder Ultraschallbehandlung zur Verbesserung des Therapieeffektes. Auch ein gezieltes und wohl dosiertes Krafttraining des betroffenen Muskels verbessert lokal die Durchblutung und wirkt dadurch unterstützend.

Was ist facio-orale Therapie?

Die facio-orale Therapie beschäftigt sich mit Funktionsstörungen im Bereich des Gesichtsschädels und des Mundes.

Durch Behandlungstechniken aus den verschiedenen Therapiekonzepten (Bobath, Manualtherapie, Osteopathie, Triggerpunkttherapie, Lymphdrainage) können Probleme und Schmerzen in diesem komplizierten Systembereich oft sehr erfolgreich behandelt werden:

  • Probleme wie z.B. Schluck- und Sprechstörungen während und nach neurologischen Erkrankungen (z.B. Schlaganfall)
  • orthopädische Probleme:
    • Schmerzen im gesamten HNO-Bereich (Kiefer, Zähne, Ohren, Stirn- und Nebenhöhlen) ohne direkt erklärbare organische Ursache
    • Kopfschmerzen, Migräne und Beschwerden in der oberen Halswirbelsäule
    • Kieferknacken, Zähneknirschen und Bewegungsstörungen am Kiefergelenk
    • in Begleitung zu Kieferregulierungen (Zahnspangen) und Operationen im Bereich Kiefer und Zähne
    • Tinnitus
  • Lymphabflussstörungen im Gesicht, Nacken und Halsbereich
  • Saug-, Schluck- und Sprechstörungen bei Babys und Kleinkindern

Was ist klassische Massage?

Die Massage (griech. "kneten") ist eine seit dem Altertum angewandte Therapieform der manuellen (mit den Händen augeführt) Therapie. Durch die mechanische Beeinflussung von Haut, Bindegewebe und Muskulatur durch Dehnungs-, Zug- und Druckreiz erstreckt sich ihre Wirkung von der behandelten Stelle des Körpers über den gesamten Organismus, was auch die Psyche mit einschließt.

Von der klassischen Muskelmassage werden die Sonderformen Bindegewebsmassage, Vibrationsmassage (Atemhilfsmassage), sowie die Akupunkt- und Reflexzonenmassage abgegrenzt.

Die klassische Massage wird eingesetzt zur:

  • Verbesserung der Durchblutung (Haut, Bindegewebe, Muskulatur)
  • Lockerung und Entspannung der Muskulatur
  • Verbesserung der Elastizität und Funktion der Muskulatur
  • Förderung des Abtransport von Stoffwechselprodukten (Entschlacken)
  • Förderung der Regeneration und Erholung nach dem Sport

Gezielte therapeutische Anwendung findet die Massage bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, zum Beispiel bei Lumbago (Schmerzen im unteren Rücken), Begleiterscheinungen bei Arthrose, Schulter- und Hüftgelenksschmerzen, Muskelschmerzen, zur Nachbehandlung von Muskelverletzungen und Linderung der rheumatischen Erkrankungen.

Auch in der Prophylaxe wird die Massage eingesetzt, z. B. bei Leistungssportlern zur Vorbereitung der Muskulatur auf starke muskuläre Beanspruchung, zwischendurch zur Lockerung und Detonisierung (Entkrampfung) sowie nach dem Sport zur Einleitung und Unterstützung der Regeneration.

Die klassische Massage wird darüber hinaus - ergänzend zu einem individuell angepassten Trainingsprogramm - bei Personen mit extrem einseitiger körperlicher Belastung (z.B. Fliesenleger, Servicepersonal, Zahnärzte etc.) eingesetzt.

Was ist Lymphdrainage?

Das Lymphsystem ist ein Teil des Immunsystems und zieht wie das Blutgefäßsystem ein Netz durch den ganzen Körper. Man könnte es vergleichen mit dem Abwassersystem einer Stadt: das Abwasser (Lymphe, Gewebewasser) wird durch die Rohre (Lymphgefäße) zu den Kläranlagen (Lymphknoten) geleitet. Das "saubere" Wasser geht danach in den Blutkreislauf (Venen) zurück.

In der manuellen Lymphdrainage versteht man das manuelle Ableiten von Gewebsflüssigkeit über die Lymphgefäße. Durch die Technik der sanften kreisend und pumpenden Handgriffe wird das Ziel dieser speziellen Art von Massage erreicht:

  • Beseitigung von Schwellungen und Verklebungen im Gewebe
  • Entstauung der betroffenen Körperregion(en)
  • Schmerzfreiheit bzw. -linderung
  • Stimulierung der Neubildung von (durchtrennten) Lymphgefäßen

Bei folgenden Beschwerden kann Ihnen die manuellen Lymphdrainage helfen:

  • Ödeme (Schwellungen) aufgrund venöser Abflussstörungen (geschwollene, schwere Beine)
  • Ödeme nach Verletzungen und Operationen
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Kopfweh und Migräne
  • Abwehrschwäche und Infektanfälligkeit
  • Hormonelles Ungleichgewicht bei Fraue
  • Lipödem
  • Morbus Suddeck

Im Anschluss an die manuelle Lymphdrainage ist eine Kompressionsbehandlung sowie eine aktive Bewegungstherapie unbedingt notwendig.

Was ist Elektro-, Ultraschall-, Cryo- und Thermotherapie?

Das Wort Physiotherapie leitet sich aus den Begriffen "physis" = Natur und "therapie" = Heilung ab. Sie setzt also Lebensreize im Sinne der Natur ein: der wohl Wichtigste dieser Lebensreize ist die Bewegung in all ihren Variationen (Heilgymnastik und Trainingstherapie) und mechanischer Druck / Zug (Massagen, manuelle Therapie, etc.).

Zu diesen natürlichen Reizen gehört aber auch die Wärme, Kälte, verschiedene Arten von elektrischen Strom und Ultraschall. Diese werden meist zusätzlich im Anschluss einer aktiven Bewegungstherapie oder einer passiven Therapiemaßnahme angewendet.

Folgende Wirkungen werden durch diese Therapiearten großflächig oder punktuell therapeutisch ausgenutzt:

  • Verbesserung der der Durchblutung und damit Förderung und Unterstützung der körpereigenen Wundheilung und Regeneration
  • abschwellende Wirkung durch Verbesserung der Rückresorptionsfähigkeit der Gefäße mit Kälte oder Elektrotherapie bei akuten Verletzungen
  • Einleitung lokaler biochemischer Prozesse: Anreiz für die Ausschüttung körpereigener Schmerz hemmender Substanzen (z.B. Endorphine)
  • Schmerz lindernde Wirkung über die Reizung an den freien Nervenenden und Schmerzsensoren
  • Entspannung (Wärme) oder Spannungsaufbau (Elektrotherapie) von Muskulatur

Haltungsturnen

Sowohl beim Haltungsturnen für Kinder und Jugendliche, als auch bei Erwachsenen und Senioren geht es beim Haltungsturnen um eine vorbeugende Therapiemaßnahme.

Es werden Trainigsübungen gemacht um folgende Bereiche zu optimieren:

  • verbesserten Körperwahrnehmung
  • Ganzkörperkoordination
  • Analysieren und optimieren von Dysbalancen im Muskel – und Gelenksapparat
  • Harmonisieren von Bewegungsachsen (zB. Beinachsen)
  • Stabilitätstraining für Gelenke und Rücken
  • Sturzprophylaxe und Training für sicheres Gehen im Alter

Haltungsturnen passt Ihren Körper gezielt und individuell an die alltäglichen Belastungen Ihres Alltags an (Arbeitsalltag, Sport, Hobby, Garenarbeit, Begleitung in Wachstumsphasen), damit dieser keine körperlichen Überlastungsschäden zur Folge hat.

Wir sehen Haltungsturnen als "tägliche Körperpflege", als "Renovierungsarbeit" und "Jahresservice" in bestimmten Lebensphasen... lassen Sie den Schmerz erst gar nicht kommen: bewahren Sie Haltung und fangen Sie an zu turnen!

Wollen Sie über eine dieser Therapiemethoden mehr erfahren? Dann klicken Sie doch einfach auf das entsprechende Angebot!